Nato-Kommandeur warnt Russland: Jeder Angriff auf das Bündnis wäre "sinnlos"
Der Oberbefehlshaber der Nato-Truppen in Europa, US-General Alexus Grynkewich, hat Russland vor einem Angriff auf das Bündnis gewarnt und betont, dass jeder Angriff "sinnlos" wäre. "Wenn jemand so töricht ist, uns anzugreifen, werden wir kämpfen", sagte Grynkewich am Montag bei einem Besuch in Polen. "Wir werden den Angriff stoppen und dem Angreifer die Möglichkeit nehmen, seine Ziele zu erreichen, welche auch immer das sein mögen", betonte der Oberbefehlshaber.
"Kurz gesagt: Wir werden dafür sorgen, dass jeder Angriff auf einen Verbündeten sich als völlig sinnlos erweist", fügte Grynkewich in einer Rede hinzu.
Grynkewich äußerte sich auch zu Sabotageakten und anderen hybriden Angriffen, darunter die Entdeckung einer mit Sprengstoff versehen Drohne auf dem Flughafen Leipzig. Grynkewich sagte, er gehe nicht davon aus, "dass ein Konflikt unmittelbar bevorsteht oder unvermeidlich ist. Das ist er nicht." Er forderte jedoch, dass die Verbündeten Russland in solchen Fällen schnell die Schuld zuweisen, sobald sie Beweise hätten, und Moskau klar machen, "wo unsere roten Linien liegen".
Die Nato sieht sich selbst als rein "defensive Allianz". Grynkewich sagte dazu in seiner Ansprache: "Meine Siegesstrategie ist einfach: Wir werden den ersten Angriff abwehren. Sollte der Angriff andauern, werden wir ihn abschwächen und den Vormarsch des Feindes verhindern."
Und falls nötig "werden wir die feindlichen Streitkräfte und das gegen uns aufgestellte Kriegsführungssystem zerschlagen", fügte Grynkewich hinzu. Die Nato werde jedoch keine Eskalation herbeiführen. Dafür würde allein der Angreifer "die volle moralische, politische und strategische Verantwortung" tragen.
Europa ist bemüht, vor dem Hintergrund möglicher Kürzungen von US-Truppen in Europa seine Streitkräfte weiter auszubauen. Viele Länder habe ihre Verteidigungsausgaben bereits massiv erhöht. Der US-General betonte, Washington werde die Nato weiterhin unterstützen. "Ich denke, niemand sollte das Engagement der Vereinigten Staaten für dieses Bündnis in Frage stellen."
L. Rodrigues--JDB