Parsons rechtfertigt Russland-Teilnahme bei Paralympics
IPC-Präsident Andrew Parsons hat einen Tag vor der Eröffnung der Paralympics 2026 in Mailand-Cortina (6. bis 15. März) die Wiederzulassung russischer und belarussischer Athletinnen und Athleten unter eigener Flagge noch einmal gerechtfertigt. Dies habe "die Generalversammlung des Internationalen Paralympischen Komitees, das höchste Beschlussorgan des IPC, entschieden. Es handelte sich um einen demokratischen Prozess, der in Übereinstimmung mit dem im IPC-Statut festgelegten Verfahren durchgeführt wurde. 177 unserer 211 Mitgliedsorganisationen waren bei der Abstimmung anwesend", sagte Parsons am Donnerstag in Cortina.
Er wisse, "dass diese Entscheidung in einigen Teilen der Welt nicht gut aufgenommen wurde", ergänzte der IPC-Chef. Von der Wucht der aktuellen Kritik sei er aber "überrascht, weil diese Entscheidung vor vier bis fünf Monaten getroffen wurde. Ich habe dies in vielen Interviews erklärt. Insofern war es tatsächlich eine Überraschung, dass das Thema wieder hochgekocht ist", so Parsons.
Deshalb wolle er noch einmal betonen, "dass das IPC eine demokratische, globale Organisation ist, deren Entscheidungen über die Suspendierung von Mitgliedern von ihren Mitgliedern getroffen werden. Wir können nicht je nach Ergebnis der Entscheidungen der Generalversammlung auswählen, wann wir demokratisch sein wollen und wann nicht", erklärte Parsons.
Das IPC hatte im Februar sechs Wildcards an russische Sportlerinnen und Sportler vergeben, die nun unter eigener Flagge starten. Auch Belarus bekam vier Startplätze. Deshalb wird die Eröffnungsfeier am Freitagabend in Verona von sieben Nationen komplett boykottiert.
Ohnehin werden die Fahnen der 56 Teilnehmer-Länder von Volunteers in die Arena getragen, nicht wie sonst üblich von Fahnenträgerinnen oder Fahnenträgern der nationalen Verbände. Man habe damit die Wünsche einiger NPCs berücksichtigt, sagte IPC-Sprecher Craig Spencer. Diese hätten auf die am Samstagmorgen beginnenden Wettkämpfe hingewiesen, "sie wollten den Sport priorisieren, das haben wir voll und ganz respektiert".
Insgesamt werden 612 Athleten aus 56 Nationen bei den Wettkämpfen in Mailand, Cortina und Tesero teilnehmen, die Rekordmarke von 564 Teilnehmern aus 48 Ländern von Pyeongchang 2018 wird damit deutlich überboten.
D. Barbosa--JDB