DSV-Cheftrainer klagt: "Ich bin echt deprimiert"
Vor dem Abfahrts-Klassiker in Kitzbühel hat der Cheftrainer der deutschen Männer ein ernüchterndes Bild seiner kleinen Mannschaft gezeichnet. "Ich bin echt deprimiert, dass wir solche technischen Mängel haben", sagte Christian Schwaiger nach dem Super-G am Freitag auf der Streif. Zum Auftakt der Hahnenkamm-Rennen waren die deutschen Schussfahrer in der zweitschnellsten Disziplin so schlecht gewesen wie seit mehr als zwölf Jahren nicht.
Bester des DSV-Quartetts war der junge Luis Vogt als 44. Seine Teamkollegen Simon Jocher, Romed Baumann und der im Super-G noch unerfahrene Anton Grammel schieden aus. "Der Super-G", urteilte Schwaiger, sei "grundsätzlich nicht schwer" gewesen, "es gibt genau zwei Passagen, wo man ein bisschen die Melone einschalten muss. Und den Rest muss ich halt einfach normal Ski fahren." Routinier Baumann (40) etwa sei dagegen "einfach umgefallen", stellte der DSV-Cheftrainer fest.
Enttäuscht war Schwaiger vor allem von Jocher, der sich Ende Dezember mit einem fünften Platz in Livigno für Olympia qualifiziert hatte. Schon dort wäre viel mehr drin gewesen. "Man träumt ja immer vom Podium. Ich träume nach wie vor vom Podium. Aber es ist mittlerweile schon schwer zu glauben, ob ich noch in der Realität lebe oder schon lange daneben", sagte der ernüchterte Österreicher.
Aufgeben will Schwaiger freilich nicht. "Wir können ja nicht davonlaufen. Die Situation ist, wie sie ist: Wir haben ein sehr fragiles Abfahrtsteam." Hoffnung auf ein respektables Abschneiden bei der Abfahrt auf der Streif hat er trotzdem: "Ich bin überzeugt, dass sie eigentlich gut Ski fahren", sagte er über seine Abfahrer, aber: "Wir müssen es rüberbringen." Und das Rennen am Samstag "ist die Highlight-Abfahrt der Saison. Also darf man jetzt nicht alles nur schlecht reden."
V. Duarte--JDB